Selbst erwachsene Gewalttäter bekommen bei uns meistens Bewährung, aber Kinder, die vor allem sich selber schädigen, landen wegen Schulverweigerung im Jugendarrest. Das allein ist schon nicht nachvollziehbar.

Wie kann man überhaupt daran denken, Kinder und Jugendlichen, die in Gefahr sind, einsam und isoliert für immer in eine gefährliche Gesellschaftsferne abzudriften, auch noch mit Härte zu begegnen? Die meisten haben schon genug davon: Im Elternhaus, von Mitschülern oder wegen eigener Defizite, deretwegen sie auf der Flucht sind. Schwer zu glauben, dass Pädagogen solche Strafen fordern.

Schulschwänzer müssten uns genauso viel wert sein wie Schüler mit Handicaps, denen im Rahmen der Inklusion aus guten Gründen mehr individuelle Betreuung gewährt wird. Die Arbeit mit Schulschwänzern darf auch nicht irgendwelchen freien Trägern überlassen werden. Sie muss zeitnah, professionell und nachhaltig über Schulsozialarbeiter vor Ort organisiert werden. Seite 2