Hellmut Königshaus ist einsam in Berlin: Er bekleidet als FDP-Mitglied eine wichtige Funktion in der Bundespolitik. Seine Arbeit als Wehrbeauftragter hat er stets gründlich getan, was ihm parteiübergreifendes Lob einbrachte. Zum Abschied verärgert er jedoch zumindest ein Kabinettsmitglied: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Sicher ist diese angesichts gravierender Mängel bei Ausrüstung und Unterkünften der Bundeswehr schon von so manchem Luftschloss wie familienfreundlichen Kasernen abgerückt. Aber die Lücke, die sich beim Investitionsbedarf zwischen ihren Angaben und denen des Wehrbeauftragten ergibt, ist erschreckend groß. Von der Leyen setzt 750 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren an, Königshaus fordert Milliarden. Erfüllte Deutschland dazu die Nato-Forderung, die Militärausgaben auf zwei Prozent der Staatsausgaben zu erhöhen, ergäbe sich ein veritables Haushaltsproblem.