Kaum ist die griechische Linksregierung im Amt, kracht es zwischen Brüssel und Athen. Anlass sind ausnahmsweise mal nicht die Finanzen, sondern erweiterte Russland-Sanktionen der EU. Von wegen Schweigen ist Zustimmung, wie EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini beschied: Alexis Tsipras will gefragt werden und mitreden in Europa.

Das ist sein Recht und die forsche Gangart der neuen Athener Führung kommt nicht überraschend. Die Syriza-Parolen aus dem Wahlkampf klingen noch in den Ohren. Der neue Premier will das Heft des Handelns von der ersten Minute an in der Hand behalten. Nur muss Tsipras gewaltig aufpassen, dass er es nicht übertreibt: Wenn die europäischen Hilfsgelder für Athen ausbleiben, wird es dunkel in Griechenland. Der frisch gewählte Premier könnte seine Sozialprogramme in den attischen Wind schreiben. Die Klüngel, die seine Regierung entmachten will, warten schon darauf. Dann kämen sie wieder ans Ruder.