Gute Nachrichten waren im deutschen Handball in den letzten Jahren rar gesät. Umso erfreuter nahm der geneigte Fan die Rufe aus der Wüste zur Kenntnis: Gensheimer Co. haben es bei der WM durch die Wildcard-Hintertür auf Rang sieben geschafft. Die überraschend starke Vorrunde verdient ebenso Respekt und Anerkennung wie der Kraftakt, mit dem das DHB-Team auf den letzten Drücker doch noch den Fuß in die Tür Richtung Olympia in Rio bekommen hat.

Die schlechte Nachricht aus Katar ist aber: Von der Welt- spitze, in der sich einige nach der Kehrtwende bereits zurückwähnen, ist Deutschland noch weit entfernt. Um sich mit den Besten zu messen, fehlt es dem jüngsten europäischen Team nicht nur an Erfahrung, sondern auch an PS, Zentimetern und Kilos. Das ist angesichts der gewaltigen Rückraum-"Schränke" aus Frankreich, Katar, Spanien oder Polen deutlich geworden. Deutschlands Handballer müssen sich also künftig gewaltig strecken, um an die hochhängenden Trauben heranzukommen.