Würden die USA jetzt schon auf eine Kriegslösung setzen, hätten sie die Meldung von möglichen Waffenlieferungen nicht lanciert, sondern ohne Ankündigung geliefert. EU und USA setzen auf Abschreckung. Aber auch auf Diplomatie bis zur Realitätsverleugnung, um am Verhandlungstisch bleiben zu können.

Selbst Putins Version des russischen Krieges ohne russischer Beteilung wird nicht widersprochen. Auch der Frage nach der Verantwortung für den Tod der 298 Passagiere von Flug MH3170 wird ausgewichen. Alle Indizien weisen auf prorussische Rebellen hin. Die Antwort würde die Verhandlungen belasten. All dies ist notwendig, um bei einem Konflikt zu bleiben, der auf diplomatischer Ebene lösbar bleibt. Denn das ist die einzige Hoffnung des Westens. Für den Fall, dass die inoffiziellen russischen Expeditionstruppen immer weiter marschieren, gibt es nur noch schlechte Optionen: Kriegsbeteiligung, Verrat an der Ukraine oder Sanktionen, die richtig weh tun.