Tausendfach wird bei diversen "Gida"-Aktionen die Politikverdrossenheit auf die Straße getragen. Der Frust speist sich auch direkt aus der Mitte der Politik. Wenn etwa Staatssekretärin Katherina Reiche ihre Arbeit zum gesellschaftlichen Wohl im Verkehrsministerium sausen lässt und flugs auf den Chefposten eines Unternehmensverbandes wechseln will. Bei allem zu Recht beklagten Mangel an Durchlässigkeit zwischen Politik und Wirtschaft - hier sind die rein persönlichen Absichten allzu durchsichtig.

Die CDU-Politikerin wird ja nicht Leiterin des Tiefbauamtes in Eberswalde. Nein, sie fällt die Karriere- und Gehaltsleiter ohne Leistungsnachweis ein erhebliches Stück weiter nach oben. Der neue Arbeitgeber verspricht sich etwas von Hintergrundwissen und halbwegs bekanntem Namen. Deshalb muss es schnell gehen - ehe Frau Reiche niemand mehr kennt. Diesen Eifer bremst die Karrenzzeit.