In den Tongruben im Jerichower Land wurden Hunderttausende Tonnen Müll illegal entsorgt - doch die Verantwortung dafür will niemand übernehmen. Das Land fordert vom internationalen Umweltkonzern Veolia eine Beteiligung an den Sanierungskosten. Veolia hingegen versucht, mögliche Schadenersatzansprüche vor Gericht vorsorglich für nichtig erklären zu lassen. Der Bundesgerichtshof hat das zum Glück abgelehnt.

Denn es mehren sich die Anzeichen, dass Veolia in den Umweltskandal tiefer verwickelt sein könnte als bisher bekannt. Die Konzern-Chefs scheinen angesichts möglicher Forderungen des Landes nervös zu sein - anders sind die Klagebemühungen nicht zu erklären. Veolia gehörte zudem die Firma, die am Müllskandal entscheidend beteiligt war. Doch begründen, warum ein Mitarbeiter offenbar gezielt an diese abgegeben wurde, will der Konzern nicht. Das wirkt alles andere als vertrauensbildend.

Wer ein reines Gewissen hat, kann gelassen und souverän agieren. Doch Veolia eiert herum - und trägt damit eher dazu bei, dass das Misstrauen weiter wächst.