Alexis Tsipras nutzt die Zeit, bis ihm Entscheidungen abververlangt werden, die nicht im Einklang mit seinen Wahlversprechen stehen. Auf jeder Bühne gibt er vor, die Wahlgeschenke würden gerade verpackt. Aber die meisten Griechen wissen, dass es noch ein Problem mit der Bezahlung geben wird. Selbst die Reparationen werden noch einmal zitiert. Das kommt gut an. Seine Zustimmungsrate liegt schon um 70 Prozent. Selbst wenn er in den kommenden Wochen zurücksteckt, wird es ihn nicht die Macht kosten. Niemand hat erwartet, dass er sich durchsetzt. Vielleicht erreicht er sogar ein bisschen: Die Kontrollkommission heißt nicht mehr Troika, Schulden werden noch einmal gestreckt. Nichts Wesentliches. Aber gut für die griechische Seele. Sollten sein ultra-linker Parteiflügel und der ultra-rechte Koalitionspartner einen vernünftig gewordenen Tsipras nicht mehr stützen, könnte er sich von beiden befreien und mit einer liberalen Reformpartei die Regierung bilden. Der Donner wird verhallen.