Den Druck auf Russland zu erhöhen, um den Kreml zum Einlenken in der Ukraine zu bewegen, fordern westliche Politiker fast unisono. Dazu bedarf es jedoch kaum gesonderter Anstrengungen - den Druck erzeugt schon der Ölmarkt. Der Preisverfall bei Öl und Gas trifft die russische Wirtschaft an ihrer empfindlichsten Stelle. Jahrzehntelang ließ man die Ölquellen sprudeln und hielt die Hand auf - die Dollars fielen wie von selbst hinein. Durch die neue Uneinigkeit unter den Produzenten ist Schluss mit dieser Gewinn-Garantie. Es rächt sich, dass alle Versuche, die russische Ökonomie zu diversifizieren, gescheitert sind. Zuletzt hatte dies der frühere Präsident und heutige Premier Dmitri Medwedew vergeblich versucht.

Dass der Kreml politisch klein beigibt, weil das Land wirtschaftlich angeschlagen ist, sollte aber niemand glauben. Putins enormer Rückhalt im Volke steht ebenso dagegen, wie die Tradition, Zwangslagen mit einer patriotischen Aufwallung zu trotzen.