Wieder sind Hunderte hilflose Flüchtlinge für immer in den Tiefen des Mittelmeeres versunken. Die bittere Prognose: Es werden nicht die letzten in diesem Jahr gewesen sein. Weil es an Menschen nicht mangelt, die dem Elend in Nahost, Afrika und Asien entfliehen wollen. Und weil die kriminelle Energie der Schlepper, die mit dem versprochenen Weg aus der Not ihren Reibach machen, zügellos ist.

Daran können die Europäer nicht viel ändern. Den immer wieder versprochenen Versuchen, die Verhältnisse in den Herkunftsländern zu ändern, war nie ein Erfolg beschieden. Was die EU aber leisten kann und muss, ist endlich eine gemeinsame Flüchtlings- und Asylpolitik zu betreiben. Italien hat mit einer alleinigen Kraftanstrengung im Vorjahr das Schlimmste vor seinen Küsten verhindern können. Mit der Nachfolgemission wird dies nicht zu schaffen sein. Doch allenthalben herrscht nur Schulterzucken. Das Massensterben im Mittelmeer ist eine Schande für Europa.