Für Waldimir Putin läuft alles nach Plan. Während er seinem Kollegen Viktor Orban die Hand schüttelt, ist ein Konvoi mit russischem Kriegsgerät Richtung Debalzewo unterwegs. Dort musste nicht mit Munition gespart werden. Wir wissen nicht, ob die Einnahme der Stadt schon begonnen hat, während Merkel und Putin noch telefoniert haben. Der Autokrat, für den Gewalt ein Mittel unter vielen ist, hat in Minsk die EU vorgeführt, weil sie keine militärische Option hat. Sanktionen spielen für Putin keine Rolle.

Aber auch die von Barack Obama ins Spiel gebrachten Waffenlieferungen würden das Elend nur vergrößern. Die Separatisten haben mit Russland abgestimmte Eroberungsziele und werden sie erreichen. Um einen noch größeren Krieg zu verhindern, gibt es nur eine Option: Die Ukraine muss den Osten aufgeben. Um die West-Ukraine und Pedro Poroschenkos Regierung zu stabilisieren, muss massive Hilfe aus EU und USA organisiert werden. Es wäre nicht die erste unvermeidliche Teilung.