In der Kinderporno-Affäre des früheren SPD-Politikers Sebastian Edathy gab es schon vor der ersten Prozessminute nur Verlierer. Zuallererst Edathy selbst, der sein früheres Leben persönlich nach allen Regeln der Kunst in Trümmer gelegt hat. Dazu diverse Politiker wie Ex-Innenminister Friedrich, der seinen Hut nehmen musste und Teile des SPD-Führungspersonals, dem genauso wie dem früheren BKA-Chef Ziercke Klatschhaftigkeit vorgeworfen wird. Vieles steht bis heute im Raume. Endgültige Aufklärung brachte auch der Untersuchungsausschuss des Bundestages nicht.

Beim Strafprozess, der zum Ausgangspunkt der Affäre zurückführt, droht Ähnliches auf juristischem Feld. Wie kann es einen seriösen Prozess geben, wenn vor der ersten Durchsuchung bei Edathy Dutzende Amtspersonen und Politiker durch den Chefermittler vom Kinderpornografie-Verdacht informiert gewesen sein sollen? Ein Ausweg wäre der diskutierte Vergleich. Danach könnte das Gericht den Prozess zu den Akten nehmen. Politik