Es ist lobenswert, wenn sich Landespolitiker debattierend gelegentlich über die Grenzen Sachsen-Anhalts hinausbewegen. Indes wird der Bogen überspannt, wenn er vom Magdeburger Dom bis zur Akropolis reicht, ohne dass dabei auch nur ansatzweise etwas von hiesigen Volksvertretern zu beeinflussen wäre. Die emotional und politisch hochgeladene Griechenland-Diskussion in Deutschland schien der CDU einfach nur eine gute Gelegenheit zu sein, mal kräftig nach links auszuteilen. Denn in einem Jahr wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Weil es äußerst eng werden wird, schalten die Parteien auf Vorwahl-Modus, noch bevor sich der Vorfrühling richtig entfaltet hat.

Das Beispiel Hellas erwies sich als untaugliches Objekt, Punkte zu sammeln. Die maßgeblichen Parteien streiten über die Mittel zur Stabilisierung Griechenlands, wollen aber ohne Unterschied das Land in der Eurozone halten. Für die Landesparteien gibt es genügend kontroverse Themen in Sachsen-Anhalt.