Israels Premier Benjamin Netanjahu hat eine entscheidende Schwäche: Er sieht stets nur Risiken, keine Chancen. Vor dem US-Kongress hat er einmal mehr deutlich gemacht, dass er die Iraner für Schurken hält. Obwohl die Regierung in Teheran längst moderatere Töne im Atom-Konflikt angeschlagen hat, eine Verhandlungslösung in greifbare Nähe gerückt ist. Nicht nur der Westen, sondern auch Israel sollte daran Interesse haben, im Pulverfass Nahost wenigstens einen Streit mal in den Griff zu bekommen.

Gleiches gilt für den ewigen Konflikt mit den Palästinensern. Anfang vergangenen Jahres gab es eine Chance auf Frieden. Doch Netanjahu hatte kein Interesse, sah lediglich Risiken. Die Folge: geplatzte Gespräche, Krieg, Terror. Mit seiner Politik führt Netanjahu Israel weiter in die Isolation. Mit seiner Rede vor dem US-Kongress hat er obendrein Präsident Barack Obama brüskiert. Ob die Israelis Netanjahus Kurs weiter mittragen, wird sich bei der Wahl am 17. März zeigen.