Der Protest gegen Bankenmacht und Spardiktat in Europa hat viele Gesichter: In Spanien sind es die Tausenden Podemos-Anhänger, in Griechenland die Köpfe der neuen Regierung. Von der Frankfurter Blockupy-Demonstration werden nun vor allem die üblen Bilder gewalttätiger Aktivisten und verletzter Polizisten hängenbleiben.

Für die Suche nach den Schuldigen an der wirtschaftlichen und sozialen Misere im Süden Europas scheint sich der EZB-Neubau als Symbol förmlich anzubieten. Doch ist es reichlich platt, allein die Euro-Geldverwalter für die Dauerkrise verantwortlich zu machen. Wenn Alternativen für ein sozialeres Europa mit Gewalt-exzessen vermittelt werden sollen, wendet sich das Volk mit Grausen ab.

Kein guter Tag für eine Protestbewegung, die in den vergangenen Monaten immer breiter geworden ist. Sympathie hat sie gerade dadurch gewonnen, dass eben nicht sofort Steine geflogen sind. In Frankfurt ist der Charme der Rebellion zertreten worden.