Es war vernünftig, dass die Gipfel-Organisatoren in Brüssel das Griechenland-Drama in die kleine Runde verlegten. Nicht, weil es nichts zu besprechen gebe. Doch so ersparten sich die 28 Staats- und Regierungschefs stundenlanges, ergebnisloses Palaver.

Austragungsort des Endspiels um die griechische Euro-Mitgliedschaft ist nicht Brüssel, sondern Berlin. Das haben die vergangenen Wochen in aller Schärfe gezeigt. Durch eklatante Fehler auf beiden Seiten haben sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Griechenland beinahe im Stundentakt verschlechtert. Ein Zweikampf, den die anderen Europäer mit Sorge und Kopfschütteln betrachteten. Dass die Bundeskanzlerin - die vor dem Parlament ein erfreulich deutliches Bekenntnis zu Europa ablieferte - mit der Tsipras-Einladung für Montag versucht, die Spannungen abzubauen, ist hohe Zeit. Erst nach diesem Treffen wird klar sein, ob Hellas im Euro bleiben wird oder nicht.