In Witten-Herdecke können sie sich ein Loch in den Bauch freuen - aus Sachsen-Anhalt vermittelte Medizinstudenten verbessern künftig die Bilanz der Privat-Uni. Es ist schon schizophren: Die renommierten Universitäten in Magdeburg und Halle müssen um jeden Euro kämpfen und zugucken, wie mit hiesigem Geld Studienplätze in Nordrhein-Westfalen bezahlt werden.

Andererseits macht die Kassenärzte-Vereinigung nur aus der Not eine Tugend. Seit zehn Jahren versucht sie in Don-Quichotte-Manier, dem Ärztemangel in den ländlichen Weiten Sachsen-Anhalts beizukommen. Trotz Stipendien oder Anreizen für die Ansiedlung ist der Erfolg mäßig. Also werden unorthodoxe Mittel gewählt. Sachsen bezahlt längst Studienplätze in Ungarn, Sachsen-Anhalt nun eben im Ruhrgebiet. Besser freilich wäre es, das starre Zugangssystem zu den etablierten Universitäten aufzubrechen. Bei den Bundeswehr-Quoten funktioniert das längst.