Es wäre ein Segen für die Türkei und den instabilen Mittleren Osten insgesamt, wenn die Versöhnung zwischen Staatsmacht und PKK sich nicht mehr nur in Ansätzen erschöpfen würde. Die Sinnlosigkeit des Haders haben die vergangenen 30 Jahre gezeigt: Auch nach Zehntausenden Toten sind die Kurden der Unabhängigkeit in der Türkei nicht einen Millimeter näher gekommen. Gleichzeitig hat es die Regierung nicht vermocht, den kurdischen Widerstandsgeist zu brechen.

Der Versöhnungsgeist wird von einer Gefahr angefacht, die die Regionalmacht Türkei und die Kurden als Volk gleichermaßen bedroht: dem Islamischen Staat. Die kurdische PKK ist zu einem unverzichtbaren Bollwerk gegen die Islamisten geworden, auf das weder die betroffenen Länder noch der Westen verzichten können. Mit Rückwirkungen auf Europa und Deutschland: Die PKK ist Verbündeter in Syrien und dem Irak, wird aber hier als Terrortruppe eingestuft. Ein Widerspruch, der endlich aufgelöst gehört.