Die Verantwortlichen im Deutschen Handballbund zeigen sich vom Rücktritt ihres Präsidenten Bernhard Bauer völlig überrascht. Das zeugt von Heuchelei oder Taub- und Blindheit. Denn, dass der Modernisator des deutschen Handballs trotz messbarer Erfolge frustriert das Feld räumt, war abzusehen.

Früher oder später musste es soweit kommen, denn zwei "Anführer" waren einer zu viel. Hier der besonnene und diplomatische Teamplayer Bauer, da der polternde, herrschsüchtige und oftmals provozierende "Vize" Bob Hanning - es war nicht zu übersehen, dass sich diese gegensätzlichen Pole wider aller physikalischen Gesetze nicht gegenseitig anzogen.

Der Versuch des Präsidenten, die Querelen im Sinne der Sache intern lösen zu wollen, ist gescheitert. Hut ab vor der Konsequenz Bauers, das Feld zu räumen - und dies nicht leise zu tun, sondern mit einem lauten Knall. Vielleicht weckt das endlich alle Schlafmützen, Ignoranten und Träumer, die den Chaos-Verband auf den richtigen Weg wähnten. Der Rücktritt Bauers ist eine Gelbe Karte für Hanning Co: Handball ist ein Mannschaftssport und nichts für Egoisten und Despoten.