Der Landtag hat den neuen Rechnungshofpräsidenten Kay Barthel gewählt. Damit zieht nach lähmenden Personalquerelen wieder eine gewisse Ruhe in der obersten Kontrollbehörde ein.

Barthel wird sofort ins kalte Wasser geworfen. Der 44-Jährige muss sich gleich mit brisanten Prüfungen befassen. Da geht es um die fragwürdige Förderpraxis der landeseigenen Gesellschaft IBG; da ist die umstrittene Förderung einer Turnhalle in Wolmirstedt; da ist der Steuererlass für Unternehmen aus dem Firmenreich eines Ex-Bundestagsabgeordneten der SPD. Jedes dieser Themen birgt viel Sprengstoff - zumal die Rolle von in diese Fälle involvierten Politikern geklärt werden muss.

Die Linke kritisiert, dass Barthel aus dem "Maschinenraum der CDU" kommt. Doch es wäre unredlich, dem Diplom-Ingenieur von vornherein die für das Amt erforderliche Unabhängigkeit abzusprechen. Es ist Barthel zuzutrauen, dass er sich in seinen Entscheidungen nicht beirren lässt. Dafür braucht er Kraft, Ausdauer und viel Mut.