In der Ukraine sollen zukünftig russische und sowjetische Staatsorgane per Gesetz nicht mehr im positiven Licht dargestellt werden dürfen. Filme werden verboten, TV-Sendungen abgeschaltet, Bücher nicht mehr gedruckt. Das Absurde ist: Solche Anweisung aus Kiew folgen selbst der Tradition sowjetisch-kommunistischer Staatsraison. Was wir nicht hören wollen, wird verboten. Und einen Namen für die Zensurbehörde gibt es auch schon: "Staatliche Agentur für Kinofragen".

Die Führung der Ukraine ist bemüht, etwas zu bekämpfen, was sich nicht besiegen lässt: Die Sympathie breiter Teile der ukrainisch-russischen Bevölkerung für den starken Nachbarn im Osten. Das administrative Russland kann man nicht selektiv verbieten. Das Volk macht keinen Unterschied zwischen Putin und Piroggen. Das Ergebnis wird sein, dass der Rückhalt für den prowestlichen Kurs der Regierung weiter schwindet. Der Westen will mit dieser Zensurpolitik sowieso nichts am Hut haben. Kiew stellt sich ins Abseits.