Ferdinand Piëch hat Volkswagen von einem Übernahme-Kandidaten zu einem Weltkonzern umgebaut. Obwohl er schon lange nicht mehr Vorstandschef ist, hält er die Zügel als Aufsichtsrat weiter straff in der Hand - und der Erfolg hat ihm bislang auch das Recht dazu gegeben.

Mit der öffentlichen Demontage Winterkorns ist Piëch jedoch zu weit gegangen. Volkswagen hat in den vergangenen Jahren an Umsatz, Gewinn und Absatz stark zugelegt, ist Branchen-Primus Toyota auf den Fersen. Zwar hat Volkswagen auch Schwierigkeiten wie die Absatzschwächen in Nord- und Südamerika oder die mickrigen Gewinne bei der Marke Volkswagen. Doch gibt es jemanden, der diese Probleme besser lösen könnte als Winterkorn? Wohl kaum.

Piëch hat seinem Unternehmen nun eine Personaldebatte beschert, die nicht so schnell abklingen dürfte. Weil es nicht nur um den Konzernchef, sondern auch um das Ende seiner eigenen großen Ära gehen wird.