Was wird bleiben von Günter Grass? Sein Romanwerk, vor allem "Die Blechtrommel". Es mutet heute noch wie ein Wunder an, dass ein Deutscher mit dieser Biographie in Paris Ende der 50er Jahre einen solchen Roman schreiben konnte. Allein dafür gebührt ihm der Nobelpreis. Zeitgebunden ist seine Rolle als "Großschriftsteller", der sich nicht scheut, tagespolitisch Stellung zu nehmen, ja sogar klassischen Wahlkampf macht. Die moralische Instanz Günter Grass wirkte freilich schon zu Lebzeiten wie aus der Zeit gefallen. Manches hätte er nicht so laut oder gar nicht sagen sollen. Das "Skandalgedicht" über den Nahost-Konflikt ist nicht nur literarisch missglückt. "Ein weites Feld" wirkt konstruiert und weltfremd. Wenn er zu viel Politik in seine Texte gewebt hat, trugen sie nicht mehr. Man wird sie vergessen.

Unsterblich bleibt der große Grass, der Deutschland Weltliteratur geschenkt hat, die Autoren wie John Irving und Salman Rushdi zum Vorbild wurde.