Wenn der Bundesinnenminister von Maßlosigkeit und Hass in der deutschen Flüchtlingsdebatte spricht, wäre es seine vornehmste Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie dem zu begegnen ist. Doch Thomas de Maizière konzen- triert sich lieber auf die staatlich erwünschte Zuwanderung von Fachkräften. Dafür wird gleich ein neuer Begriff mitgeliefert: Zuwanderungsmarketing. Was im Klartext auf nichts anderes als die organisierte Rosinenpickerei auf dem internationalen Arbeitsmarkt hinausläuft. Damit ist Deutschland aber bislang grandios gescheitert - man denke nur an die von Ex-Kanzler Gerhard Schröder losgetretene und kläglich gescheiterte Green-Card-Kampagne.

Mit der PR-Nummer versucht de Maizière nicht zuletzt, der Unionsführung die Debatte um ein Zuwanderungsgesetz vom Hals zu schaffen. Das wäre aber am ehesten geeignet, die Einwanderung nach Deutschland in Bahnen zu lenken, die dem Hass die Spitze nehmen würde.