Ferdinand Piëch gilt als kühl kalkulierender Stratege. Was den VW-Patriarchen dazu trieb, sich öffentlich gegen Vorstandschef Martin Winterkorn zu stellen, lässt sich nur schwer nachvollziehen. Hat er die krachende Pleite, die er im Aufsichtsratspräsidium kassierte, vielleicht sogar eingeplant?

Der Machtkampf zwischen ihm und seinem einstigen Ziehsohn ist nur für den Moment entschieden. Piëch hat ein Jahr Zeit, die Aufsichtsräte davon zu überzeugen, dass der Vertrag Winterkorns vielleicht doch nicht verlängert werden sollte. Er hat auch ein Jahr Zeit, einen potenziellen Nachfolger in Stellung zu bringen. Denn erst im Februar 2016 will das VW-Kontrollgremium endgültig entscheiden.

Die Probleme beim Autobauer bleiben also. Winterkorn wäre gut beraten, nun die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Autobauers anzugehen und sich nicht nur für Erfolge in China feiern zu lassen. So könnte er Piëch Wind aus den Segeln nehmen.