Flügelkämpfe, Parteiausschlussverfahren, Vorwürfe gegen den Vorstand - ein Jahr vor der Landtagswahl gibt die Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen-Anhalt keine gute Figur ab. Die Partei ist mehr mit sich selbst beschäftigt als mit den politischen Inhalten, die ab diesem Sommer den Wahlkampf prägen dürften. Trotzdem stehen die Chancen, dass die AfD im März in den Landtag einzieht, wohl gar nicht so schlecht.

In Sachsen und Thüringen haben es die Landesverbände vorgemacht: Dort hat die AfD nicht gerade mit innovativen Ansätzen geglänzt. Für den Einzug in den Landtag hat es gereicht, eine bereits vorhandene Proteststimmung gegen die etablierte Politik für sich zu kanalisieren. Auch in Sachsen-Anhalt bietet sich der AfD hierfür ein Nährboden.

Nicht zuletzt könnte die Asylfrage der AfD-Joker werden. Wenn im Wahlkampf - so wie auf dem Landesparteitag am Sonnabend - Stichworte wie "Islamisierung Deutschlands" oder "Wir brauchen schnellere Abschiebungen" fallen, dürfte das die in den vergangenen Wochen sichtbar gewordene, latente oder gar offene, Ausländerfeindlichkeit einiger Sachsen-Anhalter weiter verstärken - und diese Wähler für die AfD zur Wahlurne treiben.