Durch die Flüchtlingstragödien in Serie gerät schlagartig das Afrika südlich der Sahara in den deutschen Blick. Aus diesem ist es - abgesehen von der Ebola- Epidemie - lange verschwunden. Bundespräsident Horst Köhler war der letzte deutsche Politiker von Rang, der sich für die Belange dieser Staaten wirklich interessierte.

Die immense Fluchtwelle, die von dort aus auf Europa zurollt, lässt sich mit kollektiver Politiker-Erregung nicht stoppen. Der Tod Tausender im Mittelmeer hat die EU zwar aufgeschreckt. Die Not auf See können neue Rettungsmissionen aber nur lindern, solange Migranten den Schleppern freiwillig die Boote füllen. Die wenigen, die eine Chance auf Asyl haben, müssten in Botschaften oder anderen Anlaufstellen in Afrika ihren Antrag stellen können. Dies wäre sinnvollerweise mit Aufklärungskampagnen zu verbinden, die die harte Tatsache verdeutlichen, dass die illegale Flucht aus dem Elend wieder im Elend enden wird - dann nur fern der Heimat.