Ferdinand Piëch hat mit seinem letzten Gefecht mehr erreicht, als es so manchem lieb sein dürfte. Mit seinem Angriff auf Martin Winterkorn und seinem eigenen Rücktritt hat der Patriarch einen Umbruch im Volkswagen-Konzern eingeleitet. Und der ist bitter nötig.

Der Autobauer muss seine wirtschaftlichen Probleme in den Griff bekommen, angefangen von der Absatzschwäche in den USA bis hin zur Gewinnschwäche der Kernmarke Volkswagen. Dies wird nur mit einer verjüngten Führungsspitze gelingen, die auch vor unbequemen Entscheidungen nicht zurückschreckt. Die der Arbeitnehmerseite auch mal klarmacht, dass 600000 Mitarbeiter mindestens 100000 zu viel sind.

Diese Zukunftskonflikte wird Winterkorn nicht mehr ausfechten. Er wird vielleicht noch ein Jahr VW-Vorstandschef bleiben, dann aber wohl entweder in den Aufsichtsrat wechseln oder in Rente gehen - was mit 68 Jahren nicht unangemessen wäre.