Die demografische Lage im Osten bleibt deutlich schwieriger, als es die gesamtdeutsche Bevölkerungsprognose zeigen kann. Während die Geburtenzahlen insgesamt einige Jahre stabil bleiben, werden sie in Sachsen-Anhalt wie im ganzen Osten unweigerlich absinken. Dagegen hilft auch kein höheres Kindergeld. Der Geburtenknick und die Abwanderung nach 1990 waren zu stark, als dass der Trend durch sozialpolitische Wohltaten umkehrbar wäre. Und Zuwanderer aus dem Ausland können das Problem absehbar höchstens mildern.

Der Westen hat vom Osten enorm profitiert. Nach 1945 wirtschaftlich, da viele Großfirmen wie Audi die Seiten wechselten. Und nach 1990 zudem demografisch, da Tausende Familien dorthin gingen, wo die starke Firmen nunmehr saßen. Das zeigt, was uns fehlt: Sachsen-Anhalt muss deutlich mehr tun, um starke Unternehmen ins Land zu locken. Und mit ihnen gute Jobs und gute Löhne. Das zieht junge Leute an - das wäre gute Familienpolitik.