Wirtschaftlich kommt Sachsen-Anhalt kaum voran. 0,4 Prozent Wachstum sind ein Armutszeugnis, ebenso wie die Erklärungsversuche dazu von Minister Hartmut Möllring. Sicher, ein Produktionsstopp in der Total-Raffinerie Leuna mag sich in der Statistik negativ auswirken, auch der Umsatzrückgang bei der Handvoll Unternehmen, die nach Russland nun weniger exportieren. Das allein erklärt den Stillstand jedoch nicht.

Das Hauptproblem besteht vielmehr darin, dass das Land keine Impulse setzt. "Die Wirtschaft würde sich ohne das Wirtschaftsministerium mit Möllring an der Spitze genauso gut entwickeln wie mit", erzählt man sich in Unternehmerkreisen. Ob in der Wirtschaftsförderung oder in der Ansiedlungspolitik - es mangelt an schlüssigen Konzepten und Visionen. Diese zu entwickeln, ist auch nicht allein die Aufgabe Möllrings. Regierungschef Reiner Haseloff hätte hier den Takt vorgeben müssen, tat er jedoch bislang nicht.