Nur zwei Kirchen gibt es, die die EKD selbst unterhält: die Versöhnungskirche in Dachau und die Christuskirche in Rom. Im nächsten Jahr kommt eine dritte hinzu: die Schlosskirche Wittenberg. Damit bekennt sich der Dachverband von 23 Millionen Protestanten in Deutschland zu seinen Ursprüngen. Von Wittenberg aus hat der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther den Papst herausgefordert. Wittenberg ist der Ursprungsort des Protestantismus.

Das muss künftig aber auch sichtbar sein für Besucher aus aller Welt. Die EKD darf sich nicht darauf beschränken, das symbolträchtige Gebäude mit der Thesentür zu präsentieren. Sie muss von Wittenberg aus geistliche Signale setzen. Und sie sollte auch ihre Verwaltung nachholen. Dass das Kirchenamt mit seinen 200 Mitarbeitern in Hannover sitzt, ist nicht mehr als ein Nachkriegsprovisorium, das sich verstetigt hat. Von Wittenberg aus sollte die EKD der Welt sagen: Hier stehe ich, ich kann nicht anders.