Mit Volkswagen hat Martin Winterkorn noch längst nicht abgeschlossen. Bei der Hauptversammlung bewies der VW-Chef zunächst Größe, indem er ausdrücklich die Leistung Ferdinand Piëchs würdigte, der ihn eigentlich aus dem Amt drängen wollte. Und er gab sich selbstbewusst. Er versteckte sich nicht hinter der positiven Gesamtbilanz des Konzerns, sondern sprach auch die Problembereiche an.

In den USA soll nun eine Modelloffensive die Absatzschwäche beenden, die Kernmarke Volkswagen muss effizienter produzieren - die Botschaft Winterkorns hierbei: Er ist noch nicht die lahme Ente, für die ihn manche Autoexperten, aber auch Patriarch Piëch selbst, inzwischen halten. Allerdings wird der 67-Jährige nicht ewig Vorstandschef bleiben können, früher oder später muss der Generationenwechsel kommen. Nach dem Ende des Machtkampfes kann Winterkorn die Nachfolgeregelungen aber in Ruhe und in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat regeln.