Der eine wehrt sich gegen Reformen unter EU-Zwang. Der andere will die EU zu Reformen zwingen. Beide - Alexis Tsipras und David Cameron - drohen mit dem ultimativen Referendum. In Griechenland fordern die Linken Kompromisslosigkeit, in England die Rechten.

Die kleine Mehrheit des großen Wahlsiegers Cameron hängt von EU-Gegnern unter den Tories ab. Jetzt drohen also "Grexit" und "Brexit". Europa soll sich in den kommenden Monaten mit den innenpolitischen Problemen von zwei getriebenen Premierministern herumschlagen.

Es wird Zeit, dass in Brüssel Tacheles geredet wird. Jedes EU-Mitglied kann Reformen anregen und Mehrheiten dafür suchen. Aber wer mit Spielabbruch droht, weil seinen Anhängern die Regeln nicht gefallen, hat in einem Staatenbündnis nichts zu suchen. Die EU muss hart bleiben und sich vor weiteren Sonderregeln hüten. Das könnte die Gemeinschaft mehr gefährden als "Grexit" und "Brexit".