Es ist ein moralisches Dilemma. Asylsuchende aus den als sicher geltenden Ländern des Balkans sollen schneller zurückgeschickt werden. Flüchtlinge aus den Krisenregionen Afrikas und des Nahen Ostens bekommen hingegen rascher eine Aufenthaltserlaubnis. Problematisch ist das auch, weil die Bundesregierung somit zwischen willkommenen und unwillkommenen Flüchtlingen unterscheidet.

Aber auch die Menschen aus den vermeintlich sicheren Ländern wie Serbien, Mazedonien oder dem Kosovo haben nicht ohne Grund ihre Heimat verlassen. Sie verdienen eine Einzelfallbetrachtung und dürfen nicht pauschal abgelehnt werden.

Die Asylverhandlungen zwischen Bund und Ländern gestalten sich zäh. Zusätzliches Personal und geplante Integrationskurse sind ein Anfang. Offen bleiben Fragen zur beruflichen Qualifikation oder einer besseren Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge. Hier müssen die Beteiligten nachlegen, um den Menschen eine Perspektive zu bieten.