Mit Kuriositätenkabinetten belustigten sich einst Europas Fürsten. Später übernahmen es Wissenschaftler, Dinge aus aller Welt zusammenzutragen und zu erforschen. Gerade deutsche Universitäten hüten einmalige Sammlungen. Obwohl sie nie für Museen gedacht waren, sind die historischen Objekte auch für Laien faszinierend: Meteoriten, Käfersammlungen, Völkerkundliches. Manches findet sich, das in freier Wildbahn gar nicht mehr existiert.

Mit einem neuen Programm will Bundesforschungsministerin Johanna Wanka diese Dinge aus den Rumpelkammern hervorholen und zum Sprechen bringen. Das ist ein guter Ansatz - auch wenn 7,5 Millionen Euro angesichts von 800 Sammlungen nicht viel sind. Gelingt es, mit neuen Forschungsmethoden uralten Objekten neue Informationen zu entringen, wäre das ein großartiger Beleg für die Kooperation von Wissenschaftlern - nicht nur über Disziplingrenzen, sondern sogar über Jahrhunderte hinweg.