Die AfD hat sich längst zu einer anderen Partei entwickelt, als Gründer Bernd Lucke sich das gedacht hat. Sein Konzept einer gutbürgerlichen liberalkonservativen Partei westdeutscher Prägung ist nicht aufgegangen. Die AfD entwickelt sich zu einer rechtspopulistischen Partei der "kleinen Leute" mit Neigung zur Protestwahl, die im Osten Deutschlands das größte Potential hat.

Auf Dauer ist der machtstrategisch unbedarfte Professor gewieften Politikern wie Alexander Gauland oder der cleveren Frauke Petry nicht gewachsen. Der Erfolg gibt ihnen zudem recht. Auf Anhieb mehr als zehn Prozent holt man nicht mit einem konservativ gefärbten FDP-Programm.

Aber ohne den Lucke-Flügel wird es die Partei schwer haben, sich deutschlandweit zu etablieren. Ihr Schmuddel-image verstärkt sich. Figuren wie der 76-jährige Saarlandchef Josef Dörr, der mit Rhetorik aus dem Dritten Reich seine Delegierten begeistert, schrecken auch den konservativsten Anhänger der Union ab.