Die Verleihung des Karlspreises könnte der Karriere von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz nochmal einen Schub geben. Denn in der SPD-Spitze wird längst diskutiert, ob man 2017 Schulz als Kandidaten gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Rennen schickt.

Das würde aus SPD-Sicht durchaus Sinn machen. Erstens: Als EU-Parlamentspräsident könnte Schulz die Kanzlerin von außen schon jetzt viel härter attackieren als Parteichef Sigmar Gabriel, der unter Merkel Minister ist. Zweitens: Schulz punktet mit seiner Vita. Der streitbare SPD-Politiker besiegte den Alkohol und schaffte es als Buchhändler an die Spitze Europas - Schulz ist ein Kontrastprogramm zum typischen Karrierepolitiker. Drittens: Bei einer Wahlniederlage könnte der SPD ein Neuanfang erspart bleiben. Sollte Gabriel selbst antreten und scheitern, ist er als Parteichef kaum zu halten. Will Gabriel an der Spitze bleiben, sollte er also Schulz vorschlagen. Denn gegen Merkel sind die Chancen 2017 gering.