Die vielen Krankheitstage im öffentlichen Dienst kann man nicht allein mit hoher Arbeitsbelastung erklären. Hohes Alter und psychische Belastungen als Gründe klingen bei Wärtern und Polizisten noch plausibel. Die kranken Schließer von Sachsen-Anhalt sind ja nichts Besonderes. Ihre 32 Krankheitstage liegen etwa im bundesdeutschen Durchschnitt. Brandenburgs Polizisten fehlen 35 Tage.

Wie ist es aber zu erklären, dass Beamte generell im Bundesdurchschnitt doppelt so oft krank sind wie Angestellte in der Privatwirtschaft? In Berlin kommen Beamte und Angestellte auf rekordverdächtige 37 Tage im Jahr. Gehen die Kapitalisten etwa achtsamer mit ihren Angestellten um als der öffentliche Arbeitgeber? Sind Staatsdiener generell höher belastet als etwa Krankenpfleger oder Bergarbeiter? Wohl kaum. Es wird Zeit, den hohen Krankenstand genauer zu untersuchen. Liegt es beim Beamten vielleicht auch an Unkündbarkeit und unbegrenztem vollen Lohnausgleich?