Der Streit mit den USA um die Ausspähaffäre zeigt, wie angespannt das deutsch-amerikanische Verhältnis ist. Es offenbart, dass wir für Washington nur Freunde zweiter Klasse sind.

Mit dem technischen Fortschritt sowie den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon hat sich viel verändert: In den USA regiert auch Misstrauen gegenüber Partnern. Das Schröder-Nein zum Irak-Krieg 2003 sitzt in Washington noch sehr tief.

Wahre Freunde sind ein Fünferklub mit den USA, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und Australien. Sie vereint ein No-Spy-Abkommen, das sie schützt gegen äußere Feinde und das gegenseitige Ausspähen. In diesem erlesenen Bündnis ist Deutschland nicht willkommen. Auf eine freundschaftliche Anfrage gab es 2013 ein schroffes "no". Wir müssen uns damit abfinden. Ebenso sollten wir einsehen, dass unsere Sicherheit auch von Erkenntnissen der US-Geheimdienste abhängig ist.