Wirtschaftsminister Hartmut Möllring dürfte gedanklich drei Kreuze gemacht haben. Endlich fließen wieder Forschungsgelder für die Unternehmen in Sachsen-Anhalt. Über Firmen, die im vergangenen Jahr wegen fehlender Fördergelder jede Menge Ärger mit ihren Forschungsprojekten hatten, will der Minister lieber nicht mehr reden. Über Betroffene habe sein Haus keine Liste geführt, sagt er.

Augen zu und durch ist wohl die Devise Möllrings dieser Tage. Tatsächlich hilft Klagen auch nicht mehr weiter. Die Unternehmen müssen nun sehen, dass sie ihre aufgeschobenen Projekte zügig anpacken. Für viele kleine Betriebe gibt es auch einen Grund zur Freude: Sie können Fördergeld für Patentanmeldungen beantragen - eine wichtige Neuerung.

Die Landesregierung sollte aber auch eine Lehre ziehen: Künftig sollte sie Gelder vorhalten, um den Unternehmen bei der Forschungsfinanzierung helfen zu können, wenn aus Brüssel mal vorübergehend keine Zahlungen erfolgen. Sonst droht 2022 erneut eine Misere.