David Cameron ist angetreten, die Europäische Union zu reformieren. Da das vorrangig im Sinne britischer Interessen passieren soll, läuft es jedoch auf eine schrittweise Zersetzung Europas zu. London will keine Freitzügigkeit, keinen Euro und keine weitere europäische Integration. Das ist die grobe Richtung. Näheres - soweit schon spruchreif - tut der britische Premier gerade auf seiner Rundreise durch europäische Hauptstädte den jeweiligen Staatsführungen kund.

Einiges hört man in Prag oder Warschau sicherlich mit Interesse. Nationale Interessen zu betonen, ist in Osteuropa populär. Wichtiger sind jedoch die Termine in Den Haag, Paris und Berlin. Hier werden die britischen Europa-Pläne äußerst misstrauisch betrachtet. Noch ist völlig offen, worüber genau die Briten beim EU-Referendum abstimmen sollen und wie das Votum ausgeht. Sicherheitshalber sollte die EU díe nächste Haushaltsperiode schon mal ohne britische Beiträge planen.