Die Vorschläge des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach und seiner Genossen sind nicht zu toppen. 25 000 Euro soll ein Vertragsarzt als Strafe zahlen, wenn er Kassenpatienten nicht bevorzugt behandelt und lange warten lässt. Da werden wohl nette Sümmchen erhofft. Für das Gesundheitswesen wäre das ein Todesstoß.

Natürlich sind lange Wartezeiten in Arztpraxen ein Gräuel. Auch haben die 70 Millionen gesetzlich Versicherten Anspruch auf eine angemessene Versorgung. Aber noch sollte der Arzt entsprechend der medizinischen Notwendigkeit die Behandlung bestimmen und nicht Politiker per Gesetz.

Die SPD hatte mit Ulla Schmidt neun Jahre Zeit, das Gesundheitswesen zu reformieren. Das, was jetzt geplant ist, ist untauglich. So läuft auch noch der letzte Jungmediziner davon, und die Versorgung bleibt weiter auf der Strecke. (Seite 1)