Der deutsche Handball muss sich um die Zukunft von Bundestrainer Heiner Brand – vorerst – keinen Bart wachsen lassen. Der Mann, der nach dem WM-Debakel seinen charismatischen Schnauzer voll zu haben schien, bleibt. Zumindest bis zum Sommer.

Dass sich der einstige Meister-Macher trotz aller Enttäuschung und Perspektivlosigkeit der Aufgabe stellt, zumindest die Qualifikation für die EM abzusichern, zeigt Verantwortungsbewusstsein. Er, der weder allein noch gänzlich unschuldig an der Misere ist, spannt sich vor den Karren, der im Dreck steckt. Das verdient nicht nur Respekt, sondern erfordert gleichzeitig auch Weitblick bei den Verantwortlichen. Durch den Abschied auf Raten bleiben ihnen planlose Hau-Ruck-Aktionen zwar erspart – nicht aber längst fällige Weichenstellungen für die Zukunft. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ein Neuanfang muss her – egal ob mit oder ohne Brand. (Sport)