Dass es Firmen gibt, die anderen Unternehmen Arbeitskräfte ausleihen, hat seinen Sinn. Der besteht darin, schnell zusätzliche Fachkräfte zur Hand zu haben, wenn es Auftragsspitzen gibt – wie jetzt im viel bejubelten deutschen Aufschwung. Kommt eine Flaute, ist man die ausgeliehenen Leute schnell wieder los. Gut für die Unternehmen.

So richtig gewinnträchtig wird die Sache aber erst, wenn Tarifverträge vorsehen, Leiharbeiter deutlich schlechter zu bezahlen als Stammkräfte. Zugegeben, eine ausgeliehene Arbeitskraft braucht eine Einlaufkurve. Aber diese auf neun Monate auszudehnen, wie es die FDP will, ist ein Beitrag zur dauerhaften Lohndrückerei. Um welche Größenordnung es schon jetzt geht, zeigt eine DGB-Studie: Ein Achtel aller Leiharbeiter ist auf Hartz-IV angewiesen – was auf Profitmaximierung auf Kosten der Allgemeinheit herausläuft. Und: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Fehlanzeige. (Politik)