Spät suchte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) das Gespräch mit dem Wendland. Im "Herbst der Entscheidungen" hatten die Bundesregierung und die Mehrheit von CDU und FDP im Bundestag längst die Weichen gestellt. Längere Laufzeiten heißt noch mehr hoch- radioaktiver Müll, in Gorleben wird wieder erkundet und Enteignungen sind nun möglich.

Da wundert es nicht, wenn die Wendländer misstrauisch, ja ablehnend auf das Dialog-Angebot von Röttgen reagieren. Mehr als 30 Jahre waren die Wendländer in Sachen Gorleben zum Hinnehmen politischer Entscheidungen verurteilt. Jetzt sollen sie mitbestimmen können? Der Zweifel ist berechtigt. Er sollte aber nicht zur Blockade führen. Die Atomkraftgegner haben es jetzt in der Hand, ihre Studien und ihre Erfahrungen zu Gorleben einzubringen. Kompetent und vor allem öffentlich. Die Wendländer müssen den Bundesumweltminister beim Wort nehmen. Sie haben eine historische Chance.