In hohem Tempo, ohne die Ermittlungsergebnisse von Polizei und Staatsanwaltschaft abzuwarten, hat das Bundesverkehrsministerium einen ersten Bericht zum Hordorfer Unglück vorgelegt. Vieles darin spricht gegen den überlebenden Güterzug-Lokführer.

Doch der Bericht kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Deutsche Bahn und das sie beaufsichtigende Bundesverkehrsministerium Bahnreisende seit Jahren bewusst Gefahren aussetzen – wohl um die Profite der Bahn nicht zu schmälern. Das Ministerium könnte für Strecken wie Magdeburg – Halberstadt den Einbau von Sicherungstechnik vorschreiben. Stattdessen haben jahrelang alle Bundesverkehrsminister, gleich ob von SPD oder CSU, gewartet, bis die Bahnchefs Hartmut Mehdorn und Rüdiger Grube dies freiwillig tun. Politiker wie Bahnchefs haben zu lange gewartet. In Hordorf haben zehn Menschen das mit dem Leben bezahlt. Ob die Verantwortlichen ruhig schlafen?