Merkel und Steinmeier – die letzten von 40 Zeugen im Kundus-Untersuchungsausschuss. Als am 4. September 2009 ein deutscher Oberst in Afghanistan ein folgenschweres Bombardement befahl, war Merkel wie heute Kanzlerin und Steinmeier Außenminister. In diesen Positionen ist man gewöhnlich gut informiert. Im Ausschuss stand die Frage, ob das Kanzleramt damals der Öffentlichkeit Informationen über zivile Opfer eine Zeit lang vorenthalten hatte. Und ob es zwischen Kanzleramt, Auswärtigem Amt und Verteidigungsministerium nicht Informationsverluste gegeben hatte.

Steinmeier sagte, die Nachrichtenlage direkt nach dem Angriff sei unklar gewesen. Ähnlich vage blieb auch Merkel. So bleibt im Raum stehen, ob die Heimlichtuerei – wenn es sie denn gegeben hat, mit der damals bevorstehenden Bundestagswahl zu tun hatte. Man muss wohl zufrieden sein, wenn aus der Katastrophe und den Informationspannen Lehren gezogen werden. (Politik)