Fünfzehn Menschen mussten sterben, weil ein durchgeknallter 17-Jähriger es so wollte. Kein Gerichtsurteil kann das ungeschehen machen, kann die seelischen Wunden der Schulkameraden heilen oder die Wut der Hinterbliebenen mildern. Der Wunsch nach Sühne bleibt unerfüllt, auch weil der Täter nicht mehr lebt.

Das Urteil gegen den Vater des Amokläufers, der die Tat überhaupt möglich gemacht hat, verweist aber auf die Tragweite seiner Verantwortungslosigkeit. Unbeteiligt und dennoch schuldig. Verantwortungsvoll wäre gewesen, Waffe und Munition wegzusperren. Verantwortungsvoll wäre gewesen, die Mordfantasien des Sohnes als Alarmzeichen ernstzunehmen. Darüberhinaus sollte das Urteil daran erinnern, dass elterliche Verantwortung nicht erst am Waffenschrank beginnt. Sie umfasst die gesamte Erziehung mit Fürsorge, Wertevermittlung, Liebe und Aufmerksamkeit. (Rund um die Welt)