Die jüngsten Meinungsumfragen für die Landtagswahl belegen: Es wird am 20. März verdammt spannend. Rot-Rot ist genauso möglich wie eine Fortsetzung der Koalition von CDU und SPD. Die Sozialdemokraten sind bei dieser Richtungswahl das Zünglein an der Waage. Sie sind in der komfortablen Lage, sich den Partner aussuchen zu können. Für wen aber wird sich die SPD entscheiden?

Die CDU liegt zurzeit mit deutlichem Abstand vorn. Es ist aber möglich, dass sie - sollte es so bleiben - dennoch auf den Oppositionsbänken Platz nehmen muss. Denn: SPD-Spitzenkandidat Bullerjahn will Ministerpräsident werden. Aus jetziger Sicht dürfte ihm das in einer Koalition mit der CDU nicht gelingen. Sollte die SPD aber stärker als die Linke werden, wird Bullerjahn aller Voraussicht nach ein rot-rotes Bündnis eingehen und sich zum Regierungschef wählen lassen.

Es fällt auf, dass Bullerjahn für eine rot-rote Variante argumentativ vorbaut. Deutlich schärfer als bislang attackiert er den CDU-Spitzenkandidaten Haseloff. Dass der Unionsmann gut eine Woche vor der Landtagswahl mit einer finanziell nicht untersetzten Wunschliste auf Stimmenfang geht, bringt ihm den wohl kalkulierten Zorn des Finanzministers ein; zumal Bullerjahn zeitgleich eine Vereinbarung über eine Schuldenbremse unterzeichnete. Das Verhältnis der SPD zur CDU ist merklich abgekühlt. Die Chancen der Linken auf eine Regierungsbeteiligung steigen. (Seite 1/Sachsen-Anhalt)