Welches Land, das über Nacht zehntausende mittellose Flüchtlinge aufnehmen soll, wäre damit nicht überfordert? Das war so in Griechenland, das eine Mauer an der türkischen Grenze baute, und das ist so in Italien, das Migranten per Sondervisa über die französische Grenze abzuwimmeln versucht. Das hat die Franzosen in Rage gebracht.

Wenn Rom und Paris nun eine Reform des Schengen-Abkommens fordern und insbesondere auf mehr Mithilfe aus Brüssel pochen, ist das nur konsequent. Denn bisher gilt: Länder an der EU-Außengrenze haben in der Flüchtlingsfrage den schwarzen Peter und bleiben im Zweifelsfall auf sich allein gestellt. Die Solidarität aus Mitteleuropa, auch aus Deutschland, beschränkt sich auf warme Worte.

Was würde wohl bei einem Volksaufstand in Marokko passieren? Dann müsste Spanien den Grenznotstand ausrufen. Oder eine Mauer bauen.(Politik)